Wie erforscht man institutionellen Rassismus?

Ein Interview mit Mareike Heller, Soziologin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der „InRa-Studie“

Autor:In: Anastasia Gorokhova

Datum: 19.06.2026

  • Polarisierung
  • Wertemilieus
  • Dialoginhalte
  • Werte
  • Demokratie
  • Expert:innenwissen
  • Methoden & Pädagogisches Material

In Kürze: Institutioneller Rassismus ist ein Begriff, der oft abstrakt bleibt. Die Soziologin Mareike Heller hat an der bundesweiten Studie „Institutionen und Rassismus“ (InRa) mitgearbeitet, das am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) angesiedelt war. Die Studie ist die bislang umfassendste empirische Untersuchung zu Rassismus in deutschen Institutionen. Über drei Jahre untersuchten Wissenschaftler:innen Rassismus in sämtlichen Behörden: von Jobcentern, bis hin zu Polizei und Justiz. Das Ergebnis: Rassistische Diskriminierung ist in allen Institutionentypen nachweisbar – allerdings in unterschiedlicher Form und Intensität.

© AdobeStock / TIMDAVIDCOLLECTION

Die Soziologin Mareike Heller hat auch an der Studie mitgewirkt. Ihr Schwerpunkt: Jugendämter. Im Gespräch beschreibt sie, wie man ein Phänomen untersucht, das häufig nicht offen sichtbar ist, sondern in Routinen, Entscheidungen und institutionellen Abläufen entsteht.

Frau Heller, wie war die Studie aufgebaut?

Haben im Rahmen der Studie immer alle in zweier Teams gearbeitet, gab es einen Austausch unter den verschiedenen Forschergruppen?

Was waren Ihre Aufgaben?

Wo genau hat Ihr Team die Befragungen gemacht und wie sind Sie dabei vorgegangen?

Haben Sie auch mit betroffenen Familien gesprochen, wie sie die Arbeit ihrer Betreuer:innen sehen?

Wie haben Sie im Rahmen der Arbeit Rassismus definiert: ab wann man bestimmte Dinge als rassistisch einstufen kann?

Grob gesagt ist das Ergebnis, dass es Rassismus in deutschen Institutionen gibt: Können Sie etwas konkreter auf die Ergebnisse eingehen?

Was war in Ihrem Forschungsbereich – also beim Jugendamt – die größte Herausforderung?

Warum sind die Ergebnisse dieser Studie wichtig, was können wir als Gesellschaft und auch die Behörden daraus lernen, außer, dass Rassismus innerhalb der erforschten Institutionen stattfindet?

Sie können das Interview hier als Transkript lesen

Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium des Innern und für Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages und von einer interministeriellen Projektgruppe fachlich begleitet.

Informationen zur Studie

Das Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ) untersuchte in einer breit angelegten Verbundstudie unter dem Titel „Rassismus als Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Kontext ausgewählter gesellschaftlich-institutioneller Bereiche“ – kurz: InRa-Studie „Institutionen & Rassismus“ – in einer Laufzeit von drei Jahren Rassismus in staatlichen Institutionen. Bis Ende 2024 analysierten die Wissenschaftler:innen in 23 Einzelprojekten an acht FGZ-Standorten in Deutschland institutionelle Wissensbestände, deren Tradierung und wie sich diese im Handeln von Behörden niederschlagen können. Als Ergebnis des Forschungsprozesses wurden Handlungsempfehlungen für die institutionelle Praxis entwickelt.